Zitate, Sprüche, Weisheiten & Aphorismen

Ein Zitat ist ein wortwörtlich übernommene Passage aus einem Textmaterial oder einem Verweis auf eine ganz bestimmte Textstelle. Auch andersartige Medien, wie Musik sowie Bilder, können als Zitat angewendet werden. Berühmte Worte werden in der Regel als bekannter Ausspruch oder als Weisheit verwendet.

Was ist ein Zitat?

Beispiel: „Gott gibt mir die Gelassenheit Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, dass eine vom anderen zu unterscheiden“ (Reinhold Niebuhr) oder „Dumme Gedanken hat jeder, doch der Weise verschweigt sie“ (Wilhelm Busch).

Es gibt auch etliche Textstellen zum Beispiel aus der Bibel, welche stark im normalen Sprachgebrauch verankert sind, sodass sie nur noch selten als Zitat empfunden werden. Grundsätzlich werden Zitate durch einen Literaturnachweis sowie eine Quellenangabe belegt, dadurch das der Autor und die bestimmte Textstelle gekennzeichnet werden. Zitate dürfen prinzipiell nicht geändert werden, jedoch sind Kürzungen durchaus möglich, wenn sie den Sinn nicht entstellen.

Wörtliches Zitat

Ein wörtliches Zitat muss vorschriftsmäßig und inhaltlich mit dem wirklichkeitsgetreuen Text und Zeichensetzung voll übereinstimmen. Beispiel: „Das zentrale Image für das männliche Ego ist der Held“. Dieses wird im Anschluss durch Ausführungszeichen gekennzeichnet. Ein Zitat inmitten eines Wortes wird durch halbe Anführungszeichen kenntlich gemacht.

Wörtliche Zitate dürfen nur eingesetzt werden, wenn die Aussage nicht nur inhaltlich, sondern auch ihre Formulierung bedeutsam ist. Die sinngemäße Entlehnung (Äußerung) wird sehr oft durch den Namen des Autors gekennzeichnet und eine kleine Ergänzung geschrieben wie: „Sinngemäß nach“ oder „In Anlehnung an“.

Auch müssen alle Zitate durch eine deutliche Quellenangabe ergänzt werden. In der Regel sollte man mit wörtlichen Zitaten in einer Hausarbeit sehr sparsam umgehen und lieber eigene Ausformulierungen verwenden.

Zitate und Urheberrecht

Die Anwendung von Zitaten unterliegt dem Urheberrecht und ist nur unter bestimmten Bedingungen gestattet, ohne dass der Urheber um Erlaubnis gefragt wird oder diesen eine Art von Vergütung gezahlt werden muss. Der Grund hierfür ist, dass Zitate der wissenschaftlichen sowie kulturellen Weiterentwicklung der Öffentlichkeit dienen. In der Wissenschaft haben die Zitate ihre größte und wichtigste Bedeutung, denn Wissenschaftler sind stets darauf angewiesen, Arbeiten fremder Personen zu benutzen, damit zum Beispiel unnötige Wiederholungen verhindert werden. Wissenschaftler arbeiten zum grö0ten Teil auf die Erfahrung ihrer Vorgänger.

Was ist der Aphorismus?

Der allererste Aphoristiker war Heraklit von Ephesos. Das erste Werk, welches hauptsächlich aus Aphorismen bestand, waren die bedeutenden Schriftwerke von Hippokrates, welche jedoch von mehren Autoren stammten. In aphoristischer Form werden medizinische Lehransätze aufgeschrieben. Die literarische-philosophische Gattung kam erst viel später hinzu.

Auch im deutschsprachigen Raum hat der Aphorismus ein sehr lange Tradition und ist von großer Bedeutsamkeit. Berühmte Personen wie Georg Christoph von Lichtenberg, Johann Wolfgang von Goethe, Arthur Schopenhauer, Franz Kafka und viele mehr entwickelten den Aphorismus.

Das Wort Aphorismus kommt von den alten Griechen und hat folgende Bedeutung:
1. Kurzer Stil
2. Als medizinischer Lehransatz
3. Als Definition sowie Abgrenzung

Ein Aphorismus ist sozusagen ein einzelner Gedanke, welcher nur in einen Satz oder höchstens in einigen Sätzen bestehen kann. In den meisten Fällen formuliert er eine ganz spezielle Einsicht rhetorisch kunstreich als allgemeinen Sinnspruch. Pointierte Zitate sowie Geflügelte Worte gelten literaturwissenschaftlich nicht als Aphorismen.

Der Aphorismus gilt als widersprüchliche Textform mit folgenden Kerneigenschaften:
1. Das häufigste Bauprinzip des Aphorismus ist die Antithese, wie zum Beispiel: „ Das Leben ist kurz, die Kunst ist lang“ (Hippokrates), welche sehr oft noch zusätzlich polemisch zugespitzt wird.
2. Wenn ein Sprachbild aufgegriffen und bildlich verlängert wird, führt die antithetische Wendung zum Paradox. Beispiel: „Mit dem Band, dass ihre Herzen binden sollten, haben sie ihren Frieden stranguliert“ (Lichtenberg) oder „Die Geschichte lehrt, wie man sie fälscht.“
3. Als Doppeldeutigkeit, Ironie wie zum Beispiel: „Bakterien? Sind doch eine Kleinigkeit?“
4. Als Alogismus, wie zum Beispiel: „Sind Splitter wie Tränen klug?“
5. Als Wortspiel

Viel Spaß beim Stöbern in den Zitaten!